Wir im ASB

ASB-Chronik Görlitz 1912-1933 und das Jahr 1989

Der ASB ist eine der ältesten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen in Deutschland. Erfahren Sie hier wie er entstand und welche Erfolge und Hindernisse ihn prägten. Dabei hieß die Devise früher wie heute: Helfen - hier und jetzt.

Im Jahr 1888 wurde die erste Kolonne durch Arbeiter in Berlin gegründet. Da es keinen Unfallschutz gab, organisierten sie gemeinsam mit Ärzten Erste-Hilfe-Ausbildungen, um sich selbst und anderen in Notfällen sofort helfen zu können. Nach und nach bildete sich daraus der qualifizierte Rettungsdienst. 1909 waren die ASB-Kolonnen so zahlreich, daß der Arbeiter-Samariter-Bund gegründet wurde.

In der Weimarer Republik weitete der Bund seine Aufgaben auf die Wohlfahrtspflege aus. Dreimal seit seiner Gründung versuchte man den ASB daran zu hindern, anderen Menschen zu helfen. Dennoch hob sich der ASB durch seine antimilitaristische und humanistische Gesinnung hervor. Die NSDAP beschlagnahmte 1933 das Vermögen des ASB und verbot ihn letztendlich. 

Der überparteiliche ASB war ein aktiver Teil der Arbeiterbewegung und deswegen schon vor 1933 in Konflikte mit den Nationalsozialisten geraten. Nach deren „Machtergreifung“ am 30. Januar 1933 versuchte der ASB, die erhoffte kurze Dauer der NS-Herrschaft zu überstehen. Dabei unterschätzten die Samariter die Gewalt und den Terror des Regimes. Was wurde aus den 52.000 Samaritern, den 1.200 ASB-Ärzten, den Kolonnen? 

Der ASB als Organisation war ein frühes Opfer des NS-Staats. Was blieb, waren die Samariter. Folgt man ihren Spuren, stößt man auf eindrückliche Schicksale zwischen Ermordung, Suizid, Terror, Überleben, Anpassung und Verstrickung. Die Mitgliedschaft im ASB war kein primärer Verfolgungsgrund, sondern in den allermeisten Fällen nur „Beifang“. Die vielen jüdischen Ärzte und Mitglieder wurden aus rassenideologischen Gründen verfolgt. Die meisten Kolonnenführer waren zugleich exponierte Köpfe in Gewerkschaften oder der örtlichen SPD. Zahlreiche ASB-Ärzte gerieten besonders ins Visier der neuen Machthaber, weil sie sich wie der ASB insgesamt vor 1933 in Debatten u.a. um den § 218 zum Schwangerschaftsabbruch positioniert hatten. Ihnen allen drohten Haft, KZ, Terror und Tod.

  • 1945 wurde der ASB nur im westlichen Teil Deutschlands wieder zugelassen, im östlichen Teil war er bis 1989 verboten.

Gründungsmitglied und heutige Ehrenvorsitzende: Renate Schwarze

1989  Unglauben, Aufregung, Freude - das sind die vorherrschenden Gefühle, als der SED-Politiker Günter Schabowski am 9. November 1989 unabsichtlich die Mauer öffnet. Für den ASB öffnet sich gleichzeitig der Weg zurück nach Ost- und Mitteldeutschland. Bereits zwei Monate später wird der erste ASB-Ortsverband auf ostdeutschem Boden seit 1933 wiedergegründet. Und wir waren mit Unterstützung der Wiesbadener Samariter am 10.02.1990 die erste Gliederung in Sachsen.

1990  ASB erster gesamtdeutscher Wohlfahrtsverband:  Aufgrund des von der Volkskammer beschlossenen Ländereinführungsgesetzes vom 22. Juli 1990 werden aus den 15 DDR-Bezirken fünf neue Länder gebildet. Ost-Berlin wird mit West-Berlin vereinigt. Vom 15. bis 30. September 1990 finden die ASB-Landesverbandsgründungen statt. 10.500 ASB-Mitglieder sind zu diesem Zeitpunkt in 70 Ortsverbänden aktiv. Am 13. Oktober sind die neuen Landesvorsitzenden mit ihren Stellvertretern schon bei der Sitzung des Bundesausschusses in Köln anwesend. Auf der Tagesordnung steht die "Aufnahme von fünf neuen Landesverbänden in den ASB". Nach § 4 (3) der ASB-Bundessatzung ist dies notwendig - die Aufnahme erfolgt einstimmig. Der ASB-Bundesvorsitzende Martin Ehmer und ASB-Präsidentin Annemarie Renger können stolz verkünden, dass der ASB die erste gesamtdeutsche Wohlfahrtsorganisaiton ist...

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Henri Burkhardt

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